
Ausstellung
Ins Vergessen gewebt
In meiner Installation „Ins Vergessen gewebt“, die ich jetzt vollendet habe, und in Ravensburg in einer Ausstellung gezeigt wird, später dann in in der Galerie ROOT Berlin, ausgestellt wird, nähere ich mich dem Thema Nachlass und Loslassen als einem stillen Übergang zwischen gelebtem Leben und dem, was von ihm zurückbleibt. Mich beschäftigt die Frage, was mit den Dingen geschieht, wenn die Menschen, denen sie einst gehörten, gegangen sind. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist eine verlassene Wohnung, erfüllt von den Spuren eines vergangenen Alltags. Sie wird für mich zum Arbeitsraum, zum Erinnerungsraum und zugleich zu einem Ort von besonderer atmosphärischer Dichte.
Aus den vorgefundenen Möbeln und Gegenständen entwickle ich eine Installation, in der das Vertraute neu sichtbar wird. Ich arrangiere die Objekte wie auf einer Bühne, verschiebe ihre Zusammenhänge, bearbeite sie künstlerisch und öffne sie für eine neue Wahrnehmung. Doch ihre Herkunft, ihre frühere Funktion und ihre Einschreibung in ein gelebtes Leben bleiben erhalten. Gerade in dieser Spannung entfaltet sich der Raum: zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen dem, was war, und dem, was sich bereits dem Erinnern entzieht.
So entsteht ein Moment des Innehaltens — als wäre der Ort gerade erst verlassen worden und trüge noch immer die Wärme seiner Bewohner in sich. Gleichzeitig öffnet sich ein Blick in die Zukunft: auf das Loslassen, auf das Weitergehen, auf ein Vergessen, das nicht auslöscht, sondern überführt. Etwas bleibt, auch wenn es sich verwandelt — es wird ins Vergessen gewebt.
Die beiden Wandarbeiten auf der rechten Seite nehmen in abstrahierter Form die Landschaft der Umgebung der Angerstraße 23 auf und verweben den Innenraum mit dem Außen. Die Malerei auf der linken Seite bezieht sich auf den „röhrenden Hirschen“ über der Couch und verdichtet in abstrahierter Form eine Wohnwelt, die vom Geschmack, den Sehnsüchten und den Lebensentwürfen jener Generation erzählt, die nach dem Krieg ihr Leben und ihr Zuhause neu errichten musste.
Am Sonntag dem 19.7. von 12-18 Uhr fand die Vernissage der Plain-Air-Malaktion ROOT on the road zum Thema Nachlass loslassen in der Angerstraße 23, Ravensburg, statt. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler waren anwesend.







